Gemeiderat vom 22.10.2015

– BuGa 2019 und die Stadtteile
– Klingenäcker

09_DagenbachA_150Stadtrat Alfred Dagenbach zu DS 235 BuGa 2019 und die Stadtteile

[Anrede]

Der Antrag der Stadtverwaltung, ein Gesamt-Begrünungskonzept für die Ortseingänge, die Wege zur Bundesgartenschau wie auch Innenstadt und Stadtteile ist eigentlich völlig überflüssig, denn es wäre ja wohl ein Aberwitz, wenn solches im Rahmen der Bundesgartenschau nicht so gemacht werden würde.
Insoweit kann das auch nur positiv zur Kenntnis genommen werden.
Auch daß die Verwaltung erst beauftragt werden soll, im Rahmen einer Bürgerbeteiligung in allen Stadtteilen gemeinsam mit der Bürgerschaft und den Bezirksbeiräten konkrete Projekte dafür zu erarbeiten und Entwürfe und Kosten zur Genehmigung vorzulegen, darf doch eigentlich im Gesamtrahmen des beschlossenen Vorhabens gar keine Frage mehr sein, denn das heute
vorgelegte Grobkonzept beinhaltet schon einmal gute Ideen, auf denen aufgebaut werden kann.
Wichtig ist dabei nur, daß die Bürger auch wirklich eingebunden werden und ihnen nicht von vornherein eine vorentschiedene Einbahnstraße zum debattieren vorgelegt wird.
Gleiches gilt für die Bezirksbeiräte, die grundsätzlich vor den Entscheidungsgremien zu hören sind und nicht nur die bereits fertigen Beschlüsse zur Kenntnisnahme präsentiert bekommen dürfen.
Für besonders wichtig halten wir dazu die Einbeziehung des Eisenbahnmuseums im Rahmen des Böckinger Bahnbogens, denn wie von Beginn an von unserer Seite in die Diskussion eingebracht, bietet sich mit der Einbeziehung der Möglichkeiten, die das Eisenbahnmuseum mit seinem fahrbaren Material hat, eine großartige Möglichkeit, ein Alleinstellungsmerkmal für die BuGa 2019 zu bekommen.
Ich denke dabei auch daran, mit Dampflokfahrten beispielsweise Besucher aus Nürnberg, Würzburg, Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim und so weiter nach Heilbronn und wieder zurück zu fahren.
Dazu könnte nicht nur in Böckingen, sondern auch am Hauptbahnhof auf BuGa-Seite ein besonderer Haltepunkt eingerichtet werden und ich fordere daher die Stadtverwaltung dazu auf, ein entsprechendes Konzept dafür auszuarbeiten.
Selbstverständlich ist dem Antrag zum Thema Bahnbogen uneingeschränkt zuzustimmen, wiewohl auffällig ist, daß die Verkehrslösung Sonnenbrunnen in der beigefügten Planskizze fehlt.
Aber auch diese gehört für uns zum Gesamtkonzept dazu.

 Bericht


09_DagenbachA_150Stadtrat Alfred Dagenbach zu DS 253 Klingenäcker

[Anrede]

Diesem wegen Einzelinteressen politisch so gewollten Bebauungsplan werde ich nicht zustimmen.
Nicht nur, daß durch dieses Baugebiet wertvolles Ackerland verbraucht wird, das Baugebiet „Klingenäcker“ widerspricht jeder ökonomischen Vernunft, eine sinnvolle Verkehrsanbindung ist nicht gegeben.
Schulen, Einkaufsstätten usw. sind weit entfernt und müssen deshalb mit dem PKW zurückgelegt werden.
Dies bringt eine erhebliche Belastung bereits bestehender Wohngebiete.
Dennoch sind die zweifellos rhetorischen Glanzstücke aus dem Planungs- und Baurechtsamt zur Verwerfung absolut nachvollziehbarer Bedenken und Anregungen wieder einmal bemerkenswert, insbesondere fallen die Argumente gegen den Landesbauernverband, Landwirtschaftsamt und Polizei neben den obligatorischen Begrüßungsritualen anderer offiziellen Stellen auf.
Erstaunlich sind schon die Verrenkungen der Stadtplaner im Hinblick auf die Bevölkerungsentwicklung, weist doch der Landesbauernverband klar nach, daß dieses Argument eine Luftnummer ist und schon das Statistische Landesamt Baden-Württemberg prognostizierte bereits vor Jahren für 2016 – 2025 eine Minus-Entwicklung.
Es wäre also sinnvoller und für das Sontheimer Ortsbild vorteilhafter, Baulücken zu schließen, bestehende Wohngebiete mit guter Infrastruktur zu erhalten und Leerstände zu vermeiden.
Wenn schon ein neues Wohngebiet geplant werden soll, dann wäre es entlang der Stauffenbergstraße und an der Hofwiesenstraße vernünftiger, denn hier ist bereits eine gute Infrastruktur mit Kindergärten, Grund- u. Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Waldorfschule, Banken, Einkaufsmöglichkeiten, Apotheken, Busverbindung, evangelische und katholische Kirchen vorhanden.
Sontheim wurde durch massive, leider oft genug wenig ansprechende Bebauung in den vergangenen Jahren nicht verwöhnt.
Für die vielen älteren Menschen bedeuten die „Klingenäcker“ mit ihrem schönen Streuobstbestand ein wichtiges Naherholungsgebiet.
Tatsächlich stellt sich die Frage, weshalb anstatt der ursprünglichen, ebenfalls nicht ganz nachvollziehbaren Planung, die den Grüngürtel ausgespart hätte, nun ausgerechnet eines der wenigen Grünbereiche Sontheims verbaut werden soll.
Mit dem Wegfall eines idyllischen Naherholungsgebietes und der Grünen Lunge Sontheims allein ist es jedoch nicht genug:
Sontheim war froh, als die vor Jahren die Neckartalstraße gebaut wurde.
Die Kolping-, Lutz- und Lauffener Straße war vom Durchgangsverkehr erheblich entlastet.
Durch die vorgesehene Verkehrsanbindung der Klingenäcker rollt der dazukommende Verkehr künftig wieder über diese Straßen.
Die Frage muß deshalb gestellt werden, weshalb die Erschließung nicht über eine Stichstraße von der Neckartalstraße aus erfolgt, schließlich kam auch das Wohngebiet „Mühläcker“ dazu.
Einziger Lichtblick ist, daß wenigstens die dort vorhandene Merowingergräber nicht überbaut werden – dank des Landesdenkmalamts, das frühzeitig seine Bedenken angemeldet hatte und wiewohl dessen weitere Hinweise auf zu erwartende archäologische Funde und die daraus sich ergebenden Folgen erst auf erneute Erinnerung ernst genommen werden sollen.
Man sollte also die Bauwilligen auch darauf hinweisen, daß es im geplanten Baufortschritt noch erhebliche zeitliche oder gar andere Einschränkungen geben kann – die experimenta-Baustelle läßt grüßen.

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